23. 12. 2008

Återupptäckt

Prometheus

Bedecke deinen Himmel, Zeus,
Mit Wolkendunst!
Und übe, Knaben gleich,
Der Diesteln köpft,
An Eichen dich und Bergeshöhn!
Mußt mir meine Erde
Doch lassen stehn,
Und meine Hütte,
Die du nicht gebaut,
Und meinen Herd,
Um dessen Glut
Du mich beneidest.

Ich kenne nichts Ärmer’s
Unter der Sonn‘ als euch Götter.
Ihr nähret kümmerlich
Von Opfersteuern
Und Gebetshauch
Eure Majestät
Und darbtet, wären
Nicht Kinder und Bettler
Hoffnungsvolle Toren.

Da ich ein Kind war,
Nicht wußt‘, wo aus, wo ein,
Kehrte mein verirrtes Aug‘
Zur Sonne, als wenn drüber wär‘
Ein Ohr, zu hören meine Klage,
Ein Herz wie meins,
Sich des Bedrängten zu erbarmen.

Wer half mir wider
Der Titanen Übermut?
Wer rettete vom Tode mich,
Von Sklaverei?
Hast du’s nicht alles selbst vollendet,
Heilig glühend Herz?
Und glühtest, jung und gut,
Betrogen, Rettungsdank
Dem Schlafenden dadroben?

Ich dich ehren? Wofür?
Hast du die Schmerzen gelindert
Je des Beladenen?
Hast du die Tränen gestillet
Je des Geängsteten?
Hat nicht mich zum Manne geschmiedet
Die allmächtige Zeit
Und das ewige Schicksal,
Meine Herrn und deine?

Wähntest du etwa,
Ich sollte das Leben hassen,
In Wüsten fliehn,
Weil nicht alle Knabenmorgen-
Blütenträume reiften?

Hier sitz‘ ich, forme Menschen
Nach meinem Bilde,
Ein Geschlecht, das mir gleich sei,
Zu leiden, weinen,
Genießen und zu freuen sich,
Und dein nicht zu achten,
Wie ich.

(Johann Wolfgang Goethe, 1773)

12. 03. 2007

Ein Brief

Jag hade förmånen att få stöta på detta brev ur den österrikiske dramatikern Nestroys samlade brevväxling för en tid sedan, och vill gärna dela med mig av den högst skurrila upplevelse det var att läsa denna noggrant planerade förförelseskrift. Kommateringen följer originalet.

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14. 12. 2006

Auszüge

Berlin - Stadt ohne Form:

Was Berlin Gestalt gab, waren keine Idealpläne und kein organisches Wachstum. Dem in sich wiederholenden Prozess des Erfindens, Zerstörens und Aufbauens gingen die ursprünglichen Intentionen aller großen Pläne bald verloren. Was Berlin geformt hat, war vielmehr ein automatischer Urbanismus. Wie bei einer mehrfach belichteten Fotografie treten aus der Überlagerung verschiedener Motive neue Figuren hervor.

In seiner Wurzellosigkeit schwankt Berlin zwischen nüchternem Pragmatismus und radikaler Ideologie.

Gerade weil Berlin stets neuen Ordnungen unterworfen wurde, ist die Stadt ein Manifest von Paradoxien, Transformationen und Instabilitäten.

Es lag über Jahrhunderte am Rande der deutschen Kulturzone, in einer unwirtlichen, dünn besiedelten Landschaft an der Grenze zum erst spät kolonisierten Osten. Noch heute ist die Stadt eine inselhafte Agglomeration in der kaum bevölkerten Mark Brandenburg.

Berlin ist ein Experiment ohne Hypothese.

Diese Offenheit geht allerdings mit Hässlichkeit einher. Die Stadt ist direkt, bar jeder Gefälligkeit.

So gut wie unbekannt ist in Berlin der Mittelgrund kultivierter Artikulation. Was sich hier äuÃßrt, ist entweder extrem kontrolliert oder von vulgärer Unmittelbarkeit.

Seine Qualitäten waren niemals intendiert.

Berlin ist der Prototyp einer Stadt, wo das Gegensätzliche koexistiert.

Dank ihrer physischen Präsenz erweist sich die Stadt als einer der wenigen authentischen Orte in einer zunehmend medialisierten Welt, wo gesellschaftliche Wirklichkeit sichtbar werden und unmittelbare Erfahrungen gemacht werden können.

03. 04. 2006

Fotboll, öl och …

Die schwedische Tageszeitung Dagens Nyheter berichtet über einen Boykottaufruf des schwedischen Gleichberechtigungsombudsman, Claes Borgström. Es geht um die Fussball-WM und der Grund ist, dass er eine deutliche Verbindung zwischen der WM und Prostitution sieht.

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02. 03. 2006

Mer nonsens

Apropå Lummaland i kommentaren till föregående inlägg, en av våra favoritnonsensdiktare, som - medgives - kan bli lite too much ibland, har skrivit en liten, mycket djupsinnig kritik till Goethes Faust.

I vårt minne låter raderna så här:

- Ich bin der Geist, der stets verneint.
- Wirklich? Immer?
- Ja. Ich meine nein.

Men egentligen är den lite längre och yvigare:

Begegnung mit einem Geist

- Ich bin der Geist, der stets verneint…
- Auch dann, wenn drob die Mutter weint?
- Ja!
- Ja?
- O mein Gott - ich meinte: Nein!
- Das darf doch wohl nicht möglich sein!
Der Geist, der stets verneint - zum Schrein!

Robert Gernhardt: Wörtersee Gedichte

23. 02. 2006

Dagens tyska uttryck

Märkische Duldungsstarre

Märkisch: Av Mark i regionen Mark Brandenburg.

Duldung: Av dulden - tåla.

Starre: Adj. starr - stel, orörlig.

Uttrycket används om en specifik hållning, en avvaktande, orörlig tålamodsväntan på något som förmodligen aldrig kommer. Särskilt vanlig i ovan nämnda region.

Tillägg: Vår bildade sambo påpekar att ordet Duldungsstarre kommer ur zoologin och betecknar det tillstånd exempelvis katter försätts i när man lyfter dem i nackskinnet.

05. 02. 2006

Berlin

Berlin - Stadt ohne Form:

Was Berlin Gestalt gab, waren keine Idealpläne und kein organisches Wachstum. Dem in sich wiederholenden Prozess des Erfindens, Zerstörens und Aufbauens gingen die ursprünglichen Intentionen aller großen Pläne bald verloren. Was Berlin geformt hat, war vielmehr ein automatischer Urbanismus. Wie bei einer mehrfach belichteten Fotografie treten aus der Überlagerung verschiedener Motive neue Figuren hervor.

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